Sommerhitze

Das Gras ist verdorrt. Die meisten Bäume lassen ihre Blätter hängen,  das Beerenobst ist an den Sträuchern vertrocknet. Die wenigen Früchte an den Bäumen werden von hungrigen und durstigen Wespen aufgefressen. Wenn ich durch die Wiese gehe,  raschelt das Heu unter meinen Füßen. Sogar der Löwenzahn, der seine Wurzel tief in die Erde treibt, hat welke Blätter bekommen. Weniges ist noch grün: der Pfirsichbaum, den wir bis auf den Stamm zurückgeschnitten haben, hat viele frische  Blätter getrieben. Ihm tut die Hitze gut, von der Kräuselkrankheit ist nichts mehr zu sehen. Auch die Schafgarben sehen gesund gut aus. Morgen möchte ich mit dem Fotoapparat den Zustand des Gartens dokumentieren. Es gibt  viel zu lernen draußen: wer die Hitze verträgt, wer schlapp macht, wer sich rasch wieder erholt. Vielleicht ist es nach der Dürreperiode leichter, den Garten aufzuräumen. Ich habe so lange nichts mehr im Garten gemacht, habe ihn sich selbst überlassen. Jetzt schau ich mir an, was gedeiht und was kränkelt, was vielleicht einen neuen Platz braucht, um wirklich aufblühen zu können. Und warte geduldig auf den erlösenden Regen. Wie die Schnecken, die sich tief in ihre Häuser zurückgezogen haben, um die Trockenheit heil zu überstehen. Gemeinsam verharren wir in der zeitlosen Hitze, bis ein sanfter Regen die Erde erlöst und das Gras wieder zu wachsen beginnt.

Rosensilke

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