Sa

03

Okt

2015

Kunst am Handy

 

Auf meinem Handy ist jetzt ein neues Bildbearbeitungsprogramm. Und ich muss ganz schön aufpassen, dass ich nicht süchtig danach werde! Und natürlich auch, dass meine Telefonkosten in annehmbaren Grenzen bleiben. Denn das Programm ist zwar gratis, hat aber die fatale Neigung, immer wieder Kontakt ins Internet zu suchen und alle möglichen Informationen herunterzuladen. So viel zum Thema Gratisprogramme… Trotzdem bin ich fasziniert von der Möglichkeit, ein Bild auf dem Display mit meinen Fingern zu bearbeiten. Dieses Gefühl, etwas „mit den Händen zu machen“, ist ausgesprochen befriedigend. Auch wenn die eigentliche Arbeit von dem Rechner in meinem Gerät geleistet wird. Und doch ist es nur eine flüchtige Kunst, ein Einfangen eines Augenblickes, eines spontanen Gefühls. Ein Bild, dass vielleicht kurzzeitig im Internet herumgereicht wird, aber nicht dauerhaft an der Wand hängen kann. Ein Bild, das an der Wand hängen soll, braucht Zeit, um entstehen zu können. Denn nur so wird es zu einem Bild, an dem man sich nicht sattsehen kann.

Rosensilke


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Di

29

Sep

2015

Ein unerwarteter Anruf...

Heute um die Mittagszeit bekam ich einen ganz besonderen Anruf: eine Freundin, von der ich schon lange nichts mehr gehört habe, hat sich wieder bei mir gemeldet!! Seit sie aus unserem Ort weggezogen war, hatten wir uns immer seltener getroffen. Und nach ihrem neuerlichen Umzug haben wir beide es nicht mehr geschafft, den Kontakt aufrecht zu erhalten. Sie hatte mit Umbau, Arbeit, Kind und Haushalt mehr als genug zu tun, ich war voll und ganz mit meiner Zusatzausbildung beschäftigt. Ein zwei e-mails, das war es auch schon.

Oft ist es die räumliche Entfernung, die uns Menschen aus den Augen verlieren lässt. Ich habe mich so gefreut, dass sie sich wieder gemeldet hat. Vielleicht kennt auch ihr jemanden, den ihr schon lange nicht mehr gesehen habt, und wollt ihm oder ihr einen kleinen Gruß zukommen lassen? Traut euch!

Eure

Rosensilke

 

 

 

 

 

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Mo

21

Sep

2015

Am Stand fotografieren

Am Sonntag war ich mit meiner Tochter auf der Wear Fair in Linz. Es war mein allererster Besuch auf dieser ökologisch ausgerichteten Messe, und ich war schon sehr gespannt auf die verschiedenen Aussteller. Das Besondere an dieser Messe war die freundliche Stimmung: es war zu spüren, dass sich hier eine Menge Menschen versammelt hatten, die die Welt ein klein wenig besser machen wollten. Natürlich besuchten wir die Messe auch, um uns einige Anregungen zu holen. So fand ich auf einem Stand eine hübsche Kette aus Filzblättern, die durch eine breite Zickzacknaht miteinander verbunden waren. Artig frug ich die Standbesitzerin, ob ich denn fotografieren dürfe – und bekam promt eine ziemlich säuerliche Abfuhr. Ich verstehe, dass die Stoffkünstlerinnen ihre Werke lieber verkaufen als fotografieren lassen wollen, müssen sie doch befürchten, nachgearbeitet zu werden. Trotzdem kränkte mich die Feindseligkeit, die mir auf meine Bitte hin entgegenschlug. Immerhin hatte ich gefragt und nicht einfach fotografiert! Verärgert ging ich weiter. Bei einem anderen Stand gefiel mir ein Kleid ganz besonders gut, das leider meine finanziellen Möglichkeiten auf dieser Messe überstieg. Meine Frage, ob ich es fotografieren dürfe, wurde nicht nur sehr freundlich bejaht – die Standbesitzerin gab mir sogar einige Hinweise, wie ich das Modelle eventuell bei einem anderen Shop (!!!) im Internet finden könne. Was meint ihr, welchem der beiden Stände ich in Zukunft wohl lieber einen ausführlichen Besuch abstatten möchte?!

Rosensilke


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Fr

18

Sep

2015

Aristoteles, Dante und die Freundschaft

Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums – ein Roman von Benjamin Alire Sáenz, ein Jugendbuch, ein Jungenbuch? Dante und Aristoteles, beide 15 Jahre alt, zwei sehr unterschiedliche Burschen, die doch einiges gemeinsam haben: eine mexikanisch-amerikanische Abstammung, viele viele Gedanken und einen Hang zum Einzelgängertum. Die Geschichte wird aus Aris Sicht erzählt. Er hält nicht besonders viel von sich selbst, sogar als er seinem Freund das Leben rettet und dabei schwer verletzt wird, ist er nicht stolz auf seine Tat. Er habe es nicht mit Absicht getan, sagt er.

Ein Satz aus dem Buch hat mich besonders berührt:

Ich glaube, wenn Dante mich wirklich kennen würde, würde er mich nicht mögen.“

… und was, wenn Dante das gleiche denkt?

Rosensilke


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Mo

31

Aug

2015

Handymania

Mein erstes "Selfie". Es ist, was es ist.
Mein erstes "Selfie". Es ist, was es ist.

Ich liebe mein neues Handy! Vorläufig jedenfalls noch. Und in erster Linie, weil ich mit diesem Ding tolle Fotos und Videoaufzeichnungen machen kann. Es liegt angenehm in der Hand, ich muss nur sanft mit den Fingern darüberstreicheln, um den Bildausschnitt zu vergrößern oder zu verkleinern. Ein paar leichte Berührungen mit den Fingerspitzen, und ich kann die Bilder nach Lust und Laune bearbeiten. Wunderbar! Jetzt muss sich nur noch zeigen, ob die Videos den „Bildschirmtest“ bestehen, und ob mein Programm am Computer etwas damit anfangen kann. Heute habe ich damit bei einer Führung durch Bad Wimsbach-Neydharting gefilmt, um die vielen interessanten Informationen besser behalten zu können. Filmen, Fotografieren, Simsen – nur Telefonieren mag ich nach wie vor vom Festnetzt am liebsten. Der gute alte Telefonhörer liegt halt doch noch angenehmer am Ohr als der flache Bildschirm, auf dem wer weiß was aktiviert wird, wenn ich versehentlich mit meinen Ohrenspitzen darüberstreiche. Ein Problem, dass spätestens bei meinem ersten Videoanruf behoben sein wird – da muss ich dann professionell in mein Handy lächeln und hoffen, dass meine Frisur richtig sitzt.

Die Tatsache, dass ich jederzeit einen Videoanruf bekommen oder von einem interessierten Handybesitzer gefilmt werden könnte, ohne es zu bemerken, bedeutet, dass ich in Zukunft mit zerknautschtem Gesicht und strubbeligen Haaren bestenfalls vom Schlafzimmer ins Badezimmer huschen darf, wenn ich sicher gehen will, dass keine unvorteilhafte Aufzeichnungen von mir irgendwo im Internet auftauchen. Ein Problem, das uns alle betrifft und das auf lange Sicht nur auf zwei Arten zu lösen sein wird:

Entweder, es ist ein absolutes Tabu, unvorteilhafte Bilder von andern Menschen zu veröffentlichen, beziehungsweise jegliche Art von Aufzeichnung ohne ausdrückliche Erlaubnis aller Betroffenen ins Internet zu stellen.

Oder wir hören auf, einander nach Äußerlichkeiten zu beurteilen, sodass es niemandem mehr peinlich sein muss, an einem schlechten Tag fotografiert oder gefilmt zu werden. Weil es jedem anderen auch schon oft so ergangen ist und wir alle einander mit größter Wertschätzung betrachten.

Welche Lösung gefällt euch besser?

Eure

Rosensilke

P.S.: natürlich hab ich nicht heimlich gefilmt, sondern vorher gefragt! J  


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Do

27

Aug

2015

Lecker Piraten in der Bibliothek

Heute hatte ich wieder meinen großen Auftritt! Dreizehn Kinder – mit meiner Tochter 14 – sind trotz des schönen Badewetters in die Bibliothek gekommen, um sich ein paar Märchen anzuhören. Am meisten Spaß hat mir das Vortragen des Buches „Lecker Piraten“ gemacht – da tritt ein alter Geigenspieler auf, der den Piraten von einem großen Schatz vorsingt und spielt. Eine gute Gelegenheit, einmal auszuprobieren, wie ich beim Märchenerzählen meine Geige ein wenig einbauen kann. Nach jedem Gesang des alten Geigenspielers habe ich eine kurze „Kennmelodie“ gespielt. „Das mit den schrägen Tönen hat gut zu der Geschichte gepasst, wenn jemand gut Geigenspielen kann, kriegt er das gar nicht so hin“, lobte mich meine Kollegin. Ha, natürlich habe ich absichtlich schräg gespielt! (O.K., war nicht GANZ so, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber es hat gepasst!!) Noch schöner wäre es natürlich gewesen, wenn ich einen Partner gehabt hätte, der die Rolle des Geigenspielers gespielt und gesungen hätte. Und zwar richtig...  ;-)

Zumindest hat es uns allen viel Spaß gemacht!

Rosensilke


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Sa

22

Aug

2015

Bunte bunte Smartwelt


Fotografieren, im Internet surfen, Apps installieren, Bild mit Waths App versenden  – alles kein Problem. Da – ein Anruf! Erfreut tippe ich auf das grüne Hörersymbol, ohne Erfolg. Mein Tippen wird intensiver, mein Finger trommelt ein heftiges Stakkato auf den zum Glück recht stabilen Bildschirm, das Handy klingelt munter weiter. Noch ein paar Töne, und ich erhalte die Anzeige „Anruf in Abwesenheit“.  Mein erster Anruf, und ich kann ihn nicht entgegennehmen! Aber zum Glück habe ich eine zwölfjährige Tutorin, die mich geduldig einweist: nicht tippen – drüberstreicheln lautet die Devise. Abgesehen von solchen unwichtigen Kleinigkeiten (wer will schon in den Ferien telefonieren?!) haben sich in den letzten Tagen vor allem folgende Probleme herauskristallisiert:

  1. Wo gebe ich das Handy hin, damit ich es bequem mit mir herumtragen kann?
  2. Wie halte ich meine KInder - vor allem meine Tochter! Von meinem Handy fern?
  3. Wie bekomme ich mein Handy wieder von meinem Mann zurück?!

Die Lösungen zu Problem eins und zwei sind in Arbeit: momentan probiere ich eine kleine Gürteltasche, um das Handy darin aufzubewahren. Ist halt in erster Linie eine Hosenlösung. Meine Tochter wird ihr eigenes – kleineres – Handy erhalten, damit sie in Ruhe die Funktionen erkunden und mir nachher zeigen kann. Davon erhoffe ich mir in erster Linie Zeitersparnis, Zeigenlassen geht schneller als Selberdraufkommen, wenngleich der Lerneffekt natürlich nicht so hoch ist. Schwieriger ist Punkt drei zu lösen: Das hab ich nun davon, dass ich immer zu bequem war, meine Computerprogramme selbst zu installieren. Jetzt hab ich weder Zuganscodes noch das nötige Wissen, um jederzeit meine Accounts herumjonglieren zu können. Nach anfänglichem „Interessiert mich nicht“ und „musst Du selber herausfinden“ hat meinen Mann der Ehrgeiz gepackt. Allerdings ist es nicht so einfach, den e-mail Account eines Anbieters mit der Telefonnummer eines anderen Anbieters zu verbinden – der Wurm steckt im Detail bzw. in der Definition, was genau unter „Benutzername“ und „Passwort“ einzutragen ist. Der Kombinationsmöglichkeiten sind viele, auch die Servernamen sind offenbar nicht immer eindeutig zuordenbar. Auf alle Fälle scheint es viel einfacher zu sein, unter fremden Namen e-mails loszuschicken, als unberechtigt anderer Leute e-mails empfangen zu können. Was ja auch wieder beruhigend ist.

Was ich jetzt lernen muss, ist, den Mund zu halten und ein Pokerface auf zu setzten, wenn etwas Neues mit dem Handy ausprobieren möchte. Sonst bin ich es wieder für die nächsten drei Stunden los…

Zeit wird’s, dass mein Mann wieder gesund wird! :-)

Rosensilke

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Do

20

Aug

2015

Geisterjäger in der Bibliothek

Hugo, das MUG von Cornelia Funke. Ich mag die Autorin!
Hugo, das MUG von Cornelia Funke. Ich mag die Autorin!

33 kleine unruhige Geister tobten heute durch die VS in Bad Wimsbach-N.: Ferienaktion der Bibliothek. Natürlich habe ich mich freiwillig zum Helfen gemeldet. Todesmutig wählte ich die  Station,  in der verschiedene Geisterarten nach ihrem Geruch erkannt werden sollten. Pfui Teufel! Monika, die das ganze Projekt vorbereitet hat, ließ sich da so einiges einfallen, was in den 10 verschiedenen Geruchsprobegläsern markant zu erriechen war. Und das schon am Vortag. Was bedeutete, dass zum einen in der Garderobe, in der diese Aktion stattfand, ein sehr eigenwilliger Duft vorherrschte. Und zum anderen, dass einige der Duftnoten über Nacht noch intensiver wurden. Der Käse zum Beispiel. Oder die Probe aus dem Katzenklo. Ohne Raumerfrischer, der die Geister in ihre Gläser bannte, hätte ich den heutigen Nachmittag nur schwer überstanden.

Natürlich mussten die einzelnen Gläser sehr behutsam geöffnet werden, damit die darin gefangenen Geister nicht entkommen konnten. Sonst hätten wir die Volksschule evakuieren müssen, bis wir sie wieder eingefangen hätten. Zur Sicherheit konnten die angehenden Geisterjäger draußen mit einer mit Himbeersaft gefüllten Spritze das Abschießen der Geister üben. Eine ausgesprochen klebrige Angelegenheit, aber zum Glück habe ich den strengen Blick inzwischen so weit drauf, dass sich auch die frecheren Rabauken dann doch nicht trauten, auf etwas anderes als die Taschentuchgeisterkette zu zielen.

Natürlich haben alle die Prüfung bestanden und ihr Zertifikat bekommen. Bis auf den einen Jungen, der offenbar von unserer Deko so erschrocken war, dass er sich dann doch nicht zu bleiben traute…

Rosensilke


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Di

18

Aug

2015

Datenjäger

Endlich habe ich es geschafft: mein neues Handy ist betriebsbereit. Wobei mein Vorhaben, es GANZ ALLEIN zu schaffen, schon an der ersten Prüfung scheiterte: ich bekam mit meinen dünnen, kurzen Fingernägel den Deckel  nicht herunter, um den Akku einzulegen….

Mit frisch aufgeladenem Handy in der einen und dem Ladeboncode (hot, hot, hot) in der anderen Hand ging das Abenteuer los. Für den Zugang zum WLAN brauchte ich natürlich schon wieder Unterstützung, allerdings nur beim Zugangscode. Jaaaa – und dann kamen interessanter Weise gleich etliche Datenabfragen. Samsung, Google, Dropbox, alle wollen meine Daten, meine e-mail Adresse und was nicht noch alles haben. Kriegten sie nicht. Jedenfalls vorläufig. Das muss ich mir noch durch den Kopf gehen lassen, wie ich das Ganze angehe. Neuen Googel-Account? Alten weiter verwenden? Im Prinzip egal, denn wer daran interessiert ist, kriegt ohnehin heraus, wann ich wo mit welchem Gerät was gemacht habe. Zum einen ist es ja praktisch, wenn Googel anhand meines Nutzerinnenprofils meine Suchanfragen vorselektiert und ich so schneller für mich interessante Ergebnisse erziele. Welche Computer rechnen aus, was ich gerne lesen, sehen, kaufen möchte? Wer aller hat Zugang zu den Daten, was soll damit geschehen? Seinen Standort hat mein Handy von ganz allein gefunden. So bin auch ich jederzeit wiederauffindbar, wenn ich mein Handy dabei habe, kontrollierbar, überprüfbar.

Heute habe ich mich in erster Linie mit der Fotofunktion gespielt. Da ist sogar ein Bildbearbeitungsprogramm dabei! Meine Tochter hat sich sofort daran gemacht, ein paar Katzenfotos zu überarbeiten. Und sobald ich herausgefunden habe, wie mein Handy und mein Computer miteinander kommunizieren, kann ich Euch mein erstes Selfie präsentieren. Aber zuerst muss ich noch überlegen, welche Accounts ich wie und wo anlege – ein bisschen Knobelarbeit sollen die Datenjäger ja auch bekommen, sonst macht das ganze keinen Spaß.

Ansonsten verwende ich vorläufig mein altes Handy weiter – sicher ist sicher….

Rosensilke


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So

16

Aug

2015

Wetterleuchten

Wie Ihr anhand der leichten Regenfälle  feststellen könnt, habe ich wieder ernsthafter mit dem Geigeüben angefangen! JIm Moment versuche ich, die Haltung meiner linken Hand so zu verändern, dass ich die Töne auf allen vier Saiten sicherer treffen kann. Um besser beurteilen zu können, ob ich sie auch richtig spiele, versuche ich sie in mir - in meinem Körper - zu finden. Dabei habe ich das Gefühl, dass die Töne entlang einer Geraden, die von meinem Scheitel bis zum Bauch geht, an jeweils einem bestimmten Punkt sitzen. Spannend ist, dass ich das 440 Herz A als entspannend, das 443 Herz A (so ist die Geige gestimmt!) als angespannt empfinde. Oder bilde ich mir das nur ein? Es ist nicht leicht für mich, auf diese Art in mich hinein zu spüren.  Bisher habe ich immer versucht, mir die Klänge vorzustellen. Sie sozusagen mit meinen geistigen Ohren zu hören.

Jetzt greife ich auf eine Technik aus der Stimmbildung zurück: das Tönen. Dabei werden die Selbstlaute UOAEI in dieser Reihenfolge„getönt“, also möglichst schön klingend gesungen, wobei das U am tiefsten, das I am höchsten ist. Mit einem Stimmgerät überprüfe ich, wo ich mit meiner  Stimme hinkomme. Das tiefste ist das  #c1 (ein Halbton höher als der tiefste Ton einer „normalen“ Blockflöte). Zum c komme ich beim besten Willen nicht runter… mein „Wohlfühl A“ liegt beim G, und nach oben hin werde ich so kieksig, dass ich erst einmal aufgegeben haben. Diese Übung habe ich wohl schon viel zu lange vernachlässigt! Als nächsten Schritt probierte ich, das a1 auf „A“ zu singen. Es hat ein wenig gedauert, bis ich es endlich geschafft hatte, den Ton beim Ansingen halbwegs richtig zu treffen. Und genau in dem Moment bemerkte ich ein Wetterleuchten! Ich musste unwillkürlich lächeln – ob das ein Zeichen ist, dass ich auf dem richtigen Weg bin?

Herzlichst

Rosensilke


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Do

13

Aug

2015

Sommerhitze

Das Gras ist verdorrt. Die meisten Bäume lassen ihre Blätter hängen,  das Beerenobst ist an den Sträuchern vertrocknet. Die wenigen Früchte an den Bäumen werden von hungrigen und durstigen Wespen aufgefressen. Wenn ich durch die Wiese gehe,  raschelt das Heu unter meinen Füßen. Sogar der Löwenzahn, der seine Wurzel tief in die Erde treibt, hat welke Blätter bekommen. Weniges ist noch grün: der Pfirsichbaum, den wir bis auf den Stamm zurückgeschnitten haben, hat viele frische  Blätter getrieben. Ihm tut die Hitze gut, von der Kräuselkrankheit ist nichts mehr zu sehen. Auch die Schafgarben sehen gesund gut aus. Morgen möchte ich mit dem Fotoapparat den Zustand des Gartens dokumentieren. Es gibt  viel zu lernen draußen: wer die Hitze verträgt, wer schlapp macht, wer sich rasch wieder erholt. Vielleicht ist es nach der Dürreperiode leichter, den Garten aufzuräumen. Ich habe so lange nichts mehr im Garten gemacht, habe ihn sich selbst überlassen. Jetzt schau ich mir an, was gedeiht und was kränkelt, was vielleicht einen neuen Platz braucht, um wirklich aufblühen zu können. Und warte geduldig auf den erlösenden Regen. Wie die Schnecken, die sich tief in ihre Häuser zurückgezogen haben, um die Trockenheit heil zu überstehen. Gemeinsam verharren wir in der zeitlosen Hitze, bis ein sanfter Regen die Erde erlöst und das Gras wieder zu wachsen beginnt.

Rosensilke

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Di

11

Aug

2015

Regenmachen

Diese Hand gehört meiner liebsten Lehrmeisterin
Diese Hand gehört meiner liebsten Lehrmeisterin

Ich gebe es offen zu: an der derzeitigen Dürreperiode bin einzig und allein ich schuld. Weil ich nämlich zur Zeit viel zu wenig Geigenspielen übe. Meine Familie hat nämlich einhellig festgestellt, dass immer, wenn ich ordentlich die Saiten strapaziere, bald darauf mit einem Regenguss zu rechnen ist. Sogar Unwetterwarnungen wurden von diversen Versicherungen per SMS versendet, wenn ich besonders eifrig meine Etüden gespielt hatte. Aber bei dieser Hitze klingt die Geige ein wenig seltsam, unvertraut. Und seitdem mein Bogen frisch bespannt ist, scheint er auf den Seiten ein wenig mehr zu springen als früher - aber vielleicht muss er erst neu eingespielt werden. Und was halt so der  Ausreden mehr sind...

Bei meiner Arbeit mit den Kindern hatte ich auch gelegentlich meine Geige mit. Wenn sie wollten, durften sie auch ausprobieren, wie man darauf spielt - nachdem ich ihnen genau erklärt hatte, was passieren kann, wenn die Geige unachtsam behandelt wird oder gar herunter fällt. Da sind sogar die wildesten Rabauken achtsam geworden und haben einander zur Vorsicht ermahnt. Die meisten Menschen sind überrascht und freuen sich, wenn ich ihnen erlaube, mein Instrument auszuprobieren. Wenn ich übe, fühle ich mich wiederum mit den Menschen verbunden, mit denen ich meine Freude am Geigenspielen teilen durfte. Das ist für mich eine der schönsten Motivationen, mich jeden Tag aufs neue der Herausforderung zu stellen, dieses anspruchsvolle Instrument zu meistern.

Darum gehe ich jetzt gleich wieder ein wenig üben - wir brauchen wirklich dringend wieder einen ordentlichen Regenschauer! :-)

Eure

Rosensilke

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So

09

Aug

2015

Dieser Computer!!

Ich muss gestehen, ich bin eine reine Userin. Wenn mir jemand einen fertig aufgesetzten Computer hinstellt, kann ich - sofern die üblichen Standardprogramme in der einen oder anderen Vision vorhanden sind - doch so einiges damit  anfangen. Aber einen Computer aufsetzten? Warten? Da versperren mir alte Blockaden den Weg. Botschaften aus der Kindheit, die mir suggerieren, dass ich alles, was ich angreife, kaputt machen würde. Dagegen ankämpfen ist verdammt schwer!

Daher ein großes Dankeschön an Christian, der mir meinen Computer wieder einmal upgedatet und hergerichtet hat. Ich darf mich jetzt wieder mit der neuesten Version der diversen Programme herumschlagen und hoffen, dass das Textverarbeitungsprogramm gewillt ist, mit mir zusammen zu arbeiten. Und zu meinem Ärger musste ich gleich entdecken, dass ein paar Blogbeiträge, die ich längst veröffentlicht glaubte, bei den Entwürfen herumdümpelten. Ärgerlich!

Aber mein neues Handy, das verspreche ich mir selber, das werde ich versuchen, selber in Gang zu bringen. Das kann doch nicht so schwer sein. Immerhin wollen die Hersteller, dass möglichst viele Leute möglichst viel damit machen können - also sollte auch ich es schaffen, das Ding zum funktionieren zu bringen.

Demnächst.

Versprochen.

Eure

Rosensilke


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Fr

07

Aug

2015

Körpergefühl

Gestern habe ich zum ersten Mal einen Kerl auf die Matte gelegt. O.K., es war ein netter junger Mann, der sich im entscheidenden Moment auf den Fußboden der Turnhalle hat fallen lassen, damit ich die vorgeschriebenen Bewegungsabläufe fertig durchführen konnte. Und es gab leider auch keine Matten, sondern lediglich die harte Realität eines Volkschulturnhallenbodenbelages. Erfreulicher Weise aus Holz. Natürlich bin ich selbst bei den Übungen viel öfters zu Boden gegangen, wovon etliche blaue Flecken und eine Schürfung an meinem linken Unterarm ein schmerzendes Zeugnis ablegen.Besonders unangenehm ist die Prellung an der Innenseite meines rechten Unterschenkels, knapp über dem Knöchel. Aber ich weiß dafür jetzt immer ganz genau, wo mein rechter Fuß umgeht. Nämlich direkt unter der Stelle, die bei jeder kleinsten Bewegung helle, durchdringende Impulse an mein Schmerzzentrum weiterleiten. Hurra, ich lebe! Aua.


Bevor hier Missverständnisse auftauchen: ich kann mir durchaus angenehmere Sportarten vorstellen, um ein besseres Körpergefühl zu entwickeln. Tanzen zum Beispiel. Was allerdings einen willigen Tanzpartner voraussetzt, der seinerseits seinen Körper – vor allem seine Füße! – halbwegs kontrollieren kann. Ich weiß gar nicht mehr, wann mich zuletzt ein Mann zum Tanzen aufgefordert hat - wobei: Hat sich je ein Mann getraut, mich zum Tanzen aufzufordern?! Soweit ich mich erinnern kann, musste immer ich die Initiative ergreifen, wenn ich einen anständigen Tänzer ergattern wollte. Dabei bin ich ganz harmlos.  Ehrlich. Ich beiße selten und schlage nur, wenn ich angegriffen werde – oder im Training bin. Bei Karate sind die Partnerübungen zumindest geschlechtsneutral.


Also, wenn ihr mich bei einer Tanzveranstaltung seht - traut euch!

Eure

Rosensilke


P.S... und über ein paar Tipps, wo es sich gut tanzen lässt, wäre ich auch recht dankbar...

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Mo

03

Aug

2015

Schneckentage

Langsam, aber sicher "komme ich wieder runter" - runter, wovon eigentlich? Runter von dem Glauben, jeden Tag mit Vollgas durchleben zu müssen - und dem unangenehmen Gefühl, genau das nicht leisten zu können. Nicht, dass ich in letzter Zeit sonderlich "hoch" gewesen wäre - im Gegenteil.

Trotzdem: im Moment versuche ich, wieder "Boden unter den Füßen" zu kriegen, auf den Teppich zu kommen. Mich zu erden. Ohne dabei meine Träume zu verlieren....

Heute habe ich den Tag bewusst langsam angehen lassen, ein wenig gelesen - (O.k.; viel gelesen) und begonnen, mein Arbeitszimmer aufzuräumen. Am Nachmittag hat mich Regina, eine weise Frau, besucht und mir ein paar hilfreiche Tipps gegeben. Und wir haben ausgemacht, dass ich bis Ende der Woche eine Kurzgeschichte geschrieben haben soll.

Ob ich das wohl schaffe?

Wenn ja, werde ich die Geschichte zu meinen Texten stellen. Also, drückt mir bitte die Daumen!

Eure

Rosensilke. 

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Fr

31

Jul

2015

Das Traumglas

In einem meiner vielen Kreativhefte habe ich eine schöne Idee gefunden: Ein Traumglas herstellen. In dieses Glas kommen, auf hübsche kleine Zettel geschrieben, all die Träume und Visionen, die man für die Zukunft hat. Als Inspirationshilfe gab es ein paar vorgedruckte Blätter dazu, auf denen Sätze standen wie:

Dahin möchte ich noch reisen:

Das möchte ich gerne ausprobieren, obwohl mir dabei mulmig ist:  Das möchte ich gerne öfters tun:

So viele, viele Träume und schöne Gedanken!  Für mich war das zugleich eine Gelegenheit, darüber nachzudenken, was ich noch alles unbedingt verwirklichen möchte. Wie ich  mich weiter entwickeln möchte. Das ist jetzt alles sicher in meinem Glas verwahrt, damit ich immer daran denken kann. Dazu habe ich dann gleich ein Poster an die Wand geklebt, auf dem ein schöner Satz von Johann Wolfgang von Goethe steht: 


Wovon immer Du träumst, fang  damit an!


Und indem ich dieses hübsche Glas für euch fotografiert und auf meine Web-Site gestellt habe, habe ich damit auch schon begonnen...

Enden möchte ich heute ebenfalls mit einem Zitat von Goethe, dass ich in St. Florian buchstäblich auf dem Weg gefunden habe:


Beginnen ist Stärke, vollenden können ist Kraft.


Ich wünsche euch allen viel Kraft und Stärke!


Eure

Rosensilke

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Do

30

Jul

2015

Nachtzug nach Lissabon - 2.Teil

Ich habe es geschafft, ich habe Pascal Merciers „Nachtzug nach Lissabon“ ausgelesen, bevor die Daten auf meinem e-reader sich termingerecht selbst zerstört haben. Viel zu schnell für dieses Buch, vermute ich. Dabei wird es im dritten und vierten Teil sogar richtig spannend, denn Gregorius gelingt es tatsächlich, alle wichtigen Informationen über Prados Leben zusammen zu tragen. Auch über seine Beziehungen zu verschiedenen Frauen. Wie wahrscheinlich so eine Geschichte ist, darüber darf man freilich nicht genauer nachdenken.

Jetzt, wo ich den Inhalt bis zum Schluss kenne, bin ich doch ein wenig ratlos. Dieser Prado war offenbar ein hochtalentierter Mann, der zudem den familiären Hintergrund hatte, um seine Talente voll auszubilden – auch wenn er dem Berufswunsch des Vaters gefolgt ist und nicht seinem eigenen. (Wenn der Mann wirklich so begabt war, hätte er durchaus ein Literaturstudium neben dem Medizinstudium absolvieren können…) Was sehr deutlich herauskommt, ist, dass er lebtags unglücklich war und sich einsam gefühlt hatte – obwohl er von sehr vielen Menschen nicht nur geschätzt, sondern wirklich geliebt worden war. Aber er konnte diese Liebe nicht annehmen, weil er viel zu streng mit sich selbst ins Gericht ging. Und weil er nicht an die Liebe glaubte, sondern Begehren, Gefallen, Geborgenheit und Loyalität an ihre Stelle setzte. Etwas befremdlich für mich las sich Prados Brief an seine Mutter, in der er ihr vorwarf, offenbar unbewusst (!) viel zu hohe Erwartungen in ihn gesetzt und ihn dadurch einem enormen Druck ausgesetzt zu haben – und das ohne diese Erwartungen je zu artikulieren. Projiziert darin Prado seine eigenen viel zu hohen Ansprüche an sich auf seine Mutter? Oder ist diese Stelle vom Autor als Persiflage an all die vielen „Mama – ist –Schuld – an – meinem – Unglück“ Lamenti gedacht, die uns die Psychoanalyse beschert hat? Alles wird hinterfragt, alles wird kritisiert, sogar seine guten Taten stellt Prado auf den Prüfstand und erlaubt sich dabei nicht, etwas positiv an sich zu finden – es könnte ja Eitelkeit sein. Teilt der Autor Prados Ansichten, oder will er uns zeigen, wohin diese Art zu denken führen kann?

Und wie steht Gregorius, der Prados Leben nachspürt, zu diesen Dingen? Zumindest scheint er zu sich selbst ein wesentlich liebevolleres Verhältnis zu haben, als die Person, dessen Leben er recherchiert. Um – ja, was? Um es an seiner Stelle weiter zu führen, geplagt von der gleichen Angst vor einer plötzlichen Gehirnblutung?

Das Buch regt zum Nachdenken an, hat sehr viele Ebenen, und doch fühle ich mich unzufrieden. Ist es die unwahrscheinliche Geschichte von Gregorius? Oder die überstilisierte Kunstfigur Prados? Und was sollen die Anspielungen auf Kafkas Schloss bewirken? Dass ich mich darüber freue, dass ich so g‘scheid bin, sie zu bemerken?!

Prado hatte offenbar auch höllische Angst davor, kitschig zu werden. Das ist eine Stelle, über die ich noch länger reflektieren möchte. Aber davon ein andermal. Jetzt mach ich erst einmal das, was mein e-reader neben mir laut Display ebenfalls macht: eine Runde schlafen.

Rosensilke


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Mo

27

Jul

2015

Mein Kind putzt

Heute war meine Tochter sehr brav: sie hat das ganze Badezimmer geputzt - ganz alleine! Und wir haben beide etwas gelernt: Sie hat gelernt, dass Putzen eine anstrengende Arbeit ist und warum Mama diese Arbeit nicht sonderlich liebt.

Und ich habe gelernt:

  • dass ich offenbar doch einiges vom Putzen und Haushalten verstehe, das andere erst lernen müssen
  • warum meine Großmutter mich von der Hausarbeit weitgehend fern gehalten hat
  • welche Arbeiten ich meinem Kind zutrauen kann, und wo es noch ein wenig Unterstützung braucht.

In einem Artikel habe ich einmal gelesen, dass Reinigungsarbeiten in Japan (?) einen ganz anderen Stellenwert haben als bei uns. Dort wird mit den Kindern regelmäßig gemeinsam die Schule geputzt, was als Ehre und nicht als "Sklavenarbeit" verstanden wird. Aber bevor ich mir diese  Arbeiten als sakralen Akt schönreden lasse, wünsche ich mir doch, dass sie nicht nur gerecht in der Familie verteilt werden, sondern dass sie auch eine reale Wertschätzung in unserer Gesellschaft erfahren. Auch wenn ich mir dann nie eine Haushaltshilfe werde leisten können.

Und an alle Männer, die diesen Blog lesen: welche Hausarbeit erledigt ihr am liebsten, und warum? :-)


Eure

Rosensilke








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Sa

25

Jul

2015

Das traditionelle Abschlussfeuer

Schnell ist sie vorbei gegangen, die Zeit in St. Florian. Trotzt der großen Hitze waren „unsere“ Kinder eifrig bei der Sache: Sie haben jede Menge Farben hergestellt, Experimente durchgeführt und Kunstwerke produziert. Diese durften wir am Freitag wieder im Foyer der Schule ausstellen, sodass alle Besucher der Abschlussveranstaltung die tollen Bilder und Skulpturen betrachten konnten.

Die schönste Erinnerung wird aber wieder die an den Donnerstagabend sein: Kurz vor Einbruch er Dämmerung zogen wir, begleitet von wilden, rhythmischen Trommelklängen, mit den Kindern vom Schulgebäude hin zu einem Platz oben im Obstgarten, wo das Freizeitteam schon eine große Holzpyramide erbaut hatte. Wir stellten uns in einem großen Kreis um diesen Holzstoß auf, der feierlich entzündet wurde. Eines der ältesten Rituale der Menschheitsgeschichte! Wir sangen einige Lieder, vor allem das traditionelle Abschlusslied der Sommerakademie, dessen Refrain heuer neu vertont worden war. Eines der Kinder fragte mich, warum wir denn alle ins Feuer schauen sollen? Nun, ich denke, dass alle Menschen – sofern sie nicht ganz ganz jung wieder von uns gehen müssen – dazu neigen, den springenden, züngelnden Flammen zuzuschauen und von ihrem wilden Tanz gebannt werden. Und so treffen sich in jedem Feuer die Blicke aller Menschen, seit dem Anbeginn unserer Zeit. Und während wir im Anblick des Feuers versunken waren, kam Alexanders großer Auftritt: Er erzählte uns die Geschichte „Der vergessene König“, einen wundervolles Märchen über Oberon und Titania. Die Kinder saßen muxmäuschen still, während sich Wolkenberge vor den Mond schoben und der Wind in das Feuer blies, und lauschten der Stimme des Geschichtenerzählers. Er unterstrich seine Worte immer wieder mit einem langen, gewundenen Stock, auf den er sich mitunter auch stütze, und übergab diesen zum Abschluss den Flammen. Die Kinder - nein, wir alle -  waren verzaubert von dieser magischen Erzählung.

Kurz nach Mitternacht ging ich mit Erika, der Leiterin und Guten Seele der Sommerakademie, zum Feuerplatz zurück um nachzusehen, ob das Feuer auch ordentlich gelöscht worden war. Wir nahmen keine Taschenlampe mit, denn ich hatte meine Geige dabei und wollte mich ganz auf meine Nachtsicht verlassen können. Ich spielte ihr das Lied „King of Fairis“ vor – eines der wenigen Stücke, die ich auswendig kann. Welches Lied passte besser zu einem Märchen von Oberon, dem Feenkönig?

Danke, liebe Erika, danke, lieber Alexander, danke auch an alle anderen für die schöne Woche in St. Florian!

Eure

Rosensilke


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Mo

20

Jul

2015

Sommerakademie in St. Florian

Auch heuer bin ich wieder mit meiner Partnerin Angelika Offenhauser in St. Florian, wo wir für hochbegabte Kinder einen Kurs zum Thema "Vom Experiment zum Kunstwerk" halten. Am Montag haben wir aus Ton und Lehm Erdfarben hergestellt, mit denen auf Betonplatten gemalt wurde. Gestern war die Farbgewinnung aus Rinden, Blüten, Beeren und Wurzeln an der Reihe. Am Abend fand ein großes Spiel statt, bei dem ich in die Rolle der Dorfältesten schlüpfen durfte. Die Kinder wurden in Gruppen mit Namen von afrikanischen Stämmen eingeteilt, die an verschiedenen Stationen unterschiedliche Aufgaben erledigen mussten. Ich bekam eine Mappe, in der genau aufgeschrieben war, was ich welcher Gruppe auf welche Frage antworten durfte. Außerdem gab es einige foliierte Bilder, die verschiedene Gegenstände symbolisierten. Und natürlich durfte ich den Kindern nicht einsagen, was sie mich fragen sollten! Das Spiel begann gegen 19:00 Uhr und endete mit Einbruch der Dunkelheit, so lange waren die einzelnen Gruppen mit Feuereifer unterwegs, um die ihnen gestellte Aufgabe zu erfüllen.

Am heutigen Tag konnten die Kinder die Kurse wechseln, um auch das Angebot der anderen Kursleiter und -Leiterinnen kennen zu lernen. Am Nachmittag besuchten wir den Stift in St. Florian. Die Führung begann mit einem Orgelkonzert. Ich war vom Klang dieses berühmten Instrumentes ein wenig enttäuscht. Nach der Führung erzählte mir unsere Führerin, dass ihr Mann bei Orgelkonzerten mit der Geige spiele: bis zum Dreikönigstag sei die Stimmung der Geige passend, danach müsse sie tiefer gestimmt werden, weil es in der Kirche dann so kalt sei, dass sich die Stimmung der Orgel verändere. Ob die große Hitze, unter der wir heute alle ein wenig gelitten haben, schuld daran war, dass die Orgel nicht ihren optimalen Klang entfalten konnte? Die Kinder stellten ebenfalls viele Fragen, mit denen die meisten Erwachsenen von Kindern in diesem Alter nicht rechnen würden. Mir gefällt es, wie sie versuchen, neues Wissen mit bereits Gelerntem zu verbinden. Oft entstehen dabei interessante Gespräche, die ich mit so manchem Erwachsenen nicht auf diese Art führen könnte. Am schönsten aber ist es, wenn die Burschen und Mädchen mit leuchtenden Augen im "Labor" ihrem Forscherdrang nachgehen und mit den von uns zur Verfügung gestellten Materialien ihren eigenen Versuchen nachgehen. Dann hat sich der ganze Aufwand für diesen Kurs wieder gelohnt!

Eure

Rosensilke

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